Media Office
Zentrales Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir
| H. 29 Dhu al-Hijjah 1447 | No: 1447AH/092 |
| M. Montag, 15 Juni 2026 |
Presseverlautbarung
Urban Inferno: Wie der Kapitalismus Brände in dicht besiedelten muslimischen Städten entfacht
(Übersetzung)
Am Montagabend, dem 1. Juni 2026, berichteten die Medien über einen Großbrand, der ein dicht besiedeltes Wohngebiet in Kebon Kosong, Kemayoran, Zentral-Jakarta, Indonesien, verwüstete. Offizielle Angaben der Katastrophenschutzbehörde von DKI Jakarta (BPBD) sowie Überprüfungen vor Ort zeigen, dass etwa 354 Haushalte, also rund 620 Menschen, obdachlos wurden. Etwa 160 Kinder im schulpflichtigen Alter waren direkt betroffen.
Das Viertel ist ein bekanntes Elendsviertel, das aus etwa 250–304 provisorischen Behausungen aus Holz, Sperrholz und Wellblech besteht. Hunderte dieser in der Stadt lebenden armen Bewohner besitzen keine Grundbesitzurkunden (SHM). Sie verfügen lediglich über administrative Ausweisdokumente (KTP und Familienkarten), die bei der örtlichen Stadtteilbehörde registriert sind. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass Hunderte von ihnen über Nacht plötzlich obdachlos wurden. Sie lebten jahrzehntelang als informelle Bewohner ohne legalen Rechtstitel auf staatlichem Land, das von der PPK Kemayoran verwaltet wird.
Fernab von Wohlstand wanderten viele mit ihren Familien und Kindern in die Hauptstadt aus, nur um dort in einer städtischen Hölle gefangen zu sein, wo sie als arme illegale Arbeiter in brandgefährdeten Slums ums Überleben kämpfen. Betrachtet man das Ganze aus einer breiteren Perspektive, sind sie Opfer der neoliberalen Stadtentwicklung seit den 1980er Jahren: des „Globopolis“-Trends, der Städte unternehmerisch umgestaltet, um oligarchischen Eliten zu dienen, und sie so zu einem Motor des Wirtschaftswachstums macht. Als die Einwohnerzahl Jakartas auf 11 Millionen anstieg, entwickelte sich die Stadt zu einer ressourcenverschlingenden Metropole, in der sich Millionen von Binnenmigranten niedergelassen haben. Die schrumpfende städtische Fläche, die für Büros, Einkaufszentren, Luxuswohnungen und Fabriken beansprucht wird, hat die Grundstückspreise in die Höhe getrieben und das Phänomen der „obdachlosen Millennials“ hervorgebracht, bei dem sich junge Menschen kein Eigenheim leisten können.
Dieser Brand ist eine Katastrophe, das Ergebnis eines gescheiterten Wirtschaftssystems und einer Stadtentwicklungsstrategie, die Geld und Wucher über die Lehren des Korans stellen. Chaotische Raumplanung, ungleiche Entwicklung zwischen Stadt und Land sowie unaufhaltsame Urbanisierung haben das Problem noch verschärft.
Solange muslimische Städte neoliberale, säkular-kapitalistische Entwicklungsmodelle übernehmen, werden Millionen Menschen in Jakarta, darunter unzählige Kinder, weiterhin in dieser städtischen Hölle leiden. Dabei sind sie doppelt benachteiligt: einerseits durch die ländliche Armut und andererseits durch die wirtschaftliche Ausbeutung in den Städten, die aus der Missachtung der Gesetze Allahs bei der Stadtplanung resultiert. Nur durch die Errichtung des Kalifats, gemäß der Methode des Prophetentums, eines Staates, der die Schutzherrschaft über seine Bürger ausübt, der die islamischen Gesetze in ihrer Gesamtheit umsetzt und von einem Kalifen regiert wird, der sich seiner islamischen Pflicht bewusst ist, nämlich seinem Volk gute Wohn- und Lebensbedingungen zu bieten und es vor jeglicher Form von Schaden und Ausbeutung zu schützen, werden die Menschen in Indonesien und anderen muslimischen Ländern aus ihrer elenden Lage befreit werden. Allah (swt) sagt: (أَفَحُكْمَ الْجَاهِلِيَّةِ يَبْغُونَ وَمَنْ أَحْسَنُ مِنَ اللّهِ حُكْمًا لِّقَوْمٍ يُوقِنُونَ)„Begehren sie etwa das Urteil der Unwissenheit? Wer kann denn besser walten als Allah für Leute, die (in ihrem Glauben) überzeugt sind?“ [Al-Ma’idah: 50].
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