Media Office
Wilaya Afghanistan
| H. 23 Sha'aban 1447 | No: Afg.1447/09 |
| M. Freitag, 10 April 2026 |
Presseverlautbarung
Während Allah und Sein Gesandter die besten Schiedsrichter sind, erhebt ihr China zu eurem Schlichter!
(Übersetzt)
Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums teilte auf einer offiziellen Pressekonferenz mit, dass sich Vertreter Chinas, Afghanistans und Pakistans vom 1. bis 7. April zu einem informellen Treffen in der Stadt Ürümqi getroffen hätten. Er fügte weiter hinzu, dass sich die Seiten darauf geeinigt hätten, eine umfassende Lösung für die Konflikte zu prüfen und von jeglichen Maßnahmen abzusehen, die die Lage verschärfen oder weiter verkomplizieren könnten. China habe sich zudem verpflichtet, in engem Kontakt mit beiden Ländern zu bleiben und einen Rahmen für einen fortlaufenden Dialog bereitzustellen.
Das Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir / wilāyaAfghanistan erklärt hierzu, dass folgende Punkte zu beachten seien:
Grenzspannungen zwischen Afghanistan und Pakistan haben ihre Wurzeln in der US-amerikanischen Politik. In einigen Konfliktherden – etwa im Iran, im Libanon und im Jemen – befinden sich die Vereinigten Staaten direkt im Krieg mit Muslimen; in anderen Schauplätzen führt sie diesen Krieg über ihre Vasallen. Im Fall Afghanistans wird dieser Krieg von den Führern Pakistans angeführt. Das Hauptziel dieses Krieges besteht darin, Druck auf das herrschende Regime in Afghanistan auszuüben und die pakistanische Armee gegen Afghanistan zu binden, sodass Bedingungen geschaffen werden, unter denen Indien in der Region gegenüber China an Einfluss gewinnen kann. Durch diese Politik verfolgen die USA zwei Ziele gleichzeitig: die Verhinderung des Entstehens einer islamischen Herrschaft in der Region und die Schaffung eines Hindernisses für Chinas Einfluss.
Es ist zutiefst bedauerlich, sagen zu müssen, dass Pakistans Machthaber im Rahmen des Nationalstaatensystems bereit sind, eine Vermittlerrolle zu übernehmen, um für die USA und die zionistische Entität einen Ausweg zu schaffen. Doch wenn sie Muslimen gegenüberstehen, wenden sie sich an China und sind nicht bereit, sich direkt mit ihren eigenen muslimischen Brüdern zusammenzusetzen.
Genau dies ist die abnorme Natur nationalistischer Nationalstaatssysteme: Freundschaft und Feindschaft, Krieg und Frieden, Schlichtung und Souveränität – all dies wird nach dem Konzept der „Nation“ und ihren Interessen bemessen. Der Islam hingegen legt fest, dass die Grundlage von Staat und Politik vollständig und umfassend auf dem islamischen Überzeugungsfundament beruhen muss, nicht auf nationalen oder ethnischen Interessen.
Auch Afghanistans Herrscher, die sich an China als Schlichter zugewandt haben, müssen begreifen, dass China als Gastgeber dieser Treffen niemals neutral war und auch nicht neutral sein kann. China ist ein kriegführender Staat und Okkupator, der Ostturkestan besetzt hält und dort eine Politik der systematischen Auslöschung, der massiven Unterdrückung der uigurischen Muslime sowie der Zerstörung islamischer Werte verfolgt. Tausende Moscheen wurden zerstört, Gelehrte inhaftiert, Frauen und Kinder drastisch unterdrückt, und die islamische Identität dieser Region wird ausgelöscht. Wie kann eine solche Regierung ein neutraler Vermittler in Angelegenheiten der Muslime sein?
Über die Besetzung Ostturkestans hinaus verfolgt China in unserer Region auch konkrete eigene Ziele: wirtschaftliche Einflussnahme durch die „Belt-and-Road“-Projekte, den Zugang zu den reichen Bodenschätzen Afghanistans sowie die sicherheitspolitische Priorität, jede Bedrohung seiner Interessen zu verhindern. Das kommunistische Regime Chinas ist zutiefst beunruhigt über das Entstehen jeglicher echter islamischer Autorität in der Region. Dieses Regime teilt die Haltung der Machthaber in Islamabad hinsichtlich der Bekämpfung von Tehrik-i-Taliban Pakistan, und eine der zentralen Prioritäten seiner Außenpolitik in der muslimischen Welt ist die Verfolgung und Unterdrückung der Uiguren. Wie können also Afghanistans und Pakistans Führer China zu ihrem Schiedsrichter erklären, wo doch die wahre richtende und souveräne Autorität bei Streitigkeiten unter Muslimen Allah, dem Allerhöchsten, und Seinem Gesandten (s) zukommt?
Die Herrscher müssen daher verstehen, dass das Agieren im Rahmen der „Nationalstaaten“-Ordnung in Wirklichkeit ein Niedertrampeln der Werte und Gesetze der Scharia in Regierungsfragen, in Angelegenheiten von Krieg und Frieden sowie Schlichtung und Rechtsprechung bedeutet und dass damit die Entscheidungsgewalt an ṭāġūt übergeben wird. Dennoch ziehen sie keine Lehren aus den jüngsten Ereignissen in der muslimischen Welt: In den Herzen der Feinde gibt es nichts als Hass und Feindschaft gegenüber dem Islam und den Muslimen, und eine „Rechtslehre der Schwäche“ (fiqh al-istiḍ῾āf) führt letztlich zu nichts anderem als zu Unterwerfung oder Kollaps. Daher besagt das Urteil Allahs (t) und ebenso wie die Rechtleitung des Gesandten Allahs (s), dass diejenigen, die die Stärke innehaben, das rechtgeleitete Kalifat errichten und konsolidieren müssen. Denn diese gewaltige Pflicht stellt die Quelle der Ehre, die Verkörperung von Stärke und den Garant für die wahre Unabhängigkeit der Umma dar.
﴿يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا أَطِيعُوا اللَّهَ وَأَطِيعُوا الرَّسُولَ وَأُولِي الْأَمْرِ مِنْكُمْ فَإِنْ تَنَازَعْتُمْ فِي شَيْءٍ فَرُدُّوهُ إِلَى اللَّهِ وَالرَّسُولِ إِنْ كُنْتُمْ تُؤْمِنُونَ بِاللَّهِ وَالْيَوْمِ الْآخِرِ ذَٰلِكَ خَيْرٌ وَأَحْسَنُ تَأْوِيلًا﴾
O ihr, die ihr glaubt! Gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und denen, die die Befehlsgewalt unter euch haben. Und wenn ihr über etwas in Streit geratet, dann bringt es vor Allah und den Gesandten, wenn ihr an Allah und den Jüngsten Tag glaubt. Das ist am besten und am ehesten ein guter Ausgang. (4:59)
﴿وَإِن طَائِفَتَانِ مِنَ الْمُؤْمِنِينَ اقْتَتَلُوا فَأَصْلِحُوا بَيْنَهُمَا فَإِن بَغَتْ إِحْدَاهُمَا عَلَى الْأُخْرَىٰ فَقَاتِلُوا الَّتِي تَبْغِي حَتَّىٰ تَفِيءَ إِلَىٰ أَمْرِ اللَّهِ فَإِن فَاءَتْ فَأَصْلِحُوا بَيْنَهُمَا بِالْعَدْلِ وَأَقْسِطُوا إِنَّ اللَّهَ يُحِبُّ الْمُقْسِطِينَ﴾
Und wenn zwei Gruppen von Gläubigen miteinander kämpfen, dann stiftet Frieden zwischen ihnen. Wenn aber eine von ihnen gegen die andere Übergriffe begeht, dann bekämpft diejenige, die Unrecht begeht, bis sie zum Befehl Allahs zurückkehrt. Wenn sie zurückkehrt, dann stiftet zwischen ihnen Frieden in Gerechtigkeit und handelt gerecht. Gewiss, Allah liebt die Gerechten. (49:9)
Medienbüro von Hizb-ut-Tahrir / wilāya Afghanistan
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